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Arbeit kann Einkommen und wirtschaftliche Unabhängigkeit sichern, den Tag strukturieren und Sinn stiften, sie kann soziale Kontakte schaffen, positive Emotionen auslösen und das Selbstvertrauen stärken. In diesem Sinne ist Arbeit eine Ressource, die Gesundheit schafft.

Inwieweit das gelingt, hängt von den persönlichen Voraussetzungen der Arbeitenden ab – von der Ausbildung, vom Engagement, von der Widerstandskraft gegenüber Belastungen, vom Geschick im Umgang mit anderen Menschen … Aber nicht nur: Es spielen auch die Arbeitsverhältnisse und -bedingungen eine wichtige Rolle. Sie können gesundheitsförderlich wirken – wir sprechen dann von Ressourcen – oder als Belastungen in Erscheinung treten und die Gesundheit untergraben. Wenn wir heute arbeitende Menschen befragen, wird häufig über letzteres berichtet: Arbeit wird als krankmachend erlebt, wobei besonders die Psyche angegriffen scheint.

Aber das muss nicht so sein. Sowohl die persönlichen Voraussetzungen als auch die Arbeitsverhältnisse und -bedingungen können entwickelt und verbessert werden. Geeignete Anregungen zu solchen Veränderungen gibt unser Inventar zur Erfassung von Gesundheitsressourcen in der Arbeit (IEGA).

Diagnostik als erster Schritt

IEGA ist ein diagnostischer Fragebogen für Betriebe in Wirtschaft und Verwaltung. Er ermöglicht den Beschäftigten die intensive Auseinandersetzung mit der persönlichen und der Arbeitssituation und führt zu einer Standortbestimmung unter Gesundheitsaspekt. Führungskräfte haben die Gelegenheit, ihr Verhalten aus unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren. Und die Betriebe erhalten Auskunft über die Qualität und die Wirkung der bestehenden Arbeitsbedingungen. Wozu? Jede Förderung und Entwicklung beginnt mit einer fundierten Bestandsaufnahme!

Ergebnisse analysieren

Die Ergebnisse der Erhebung mittels IEGA bieten umfangreiche Analysemöglichkeiten. Alle Teilnehmenden erhalten ein persönliches Ergebnis, zu dem nur sie selbst Zugang haben. Hier werden individuelle Gesundheitsressourcen als Stärken, aber auch bestehender Entwicklungsbedarf sichtbar gemacht. Wie diese Erkenntnisse aufgegriffen und umgesetzt werden, bestimmt jede/r selbst, ohne sich anderen offenbaren zu müssen.
In einem ausführlichen Bericht werden die Einzelergebnisse zu den personalen Ressourcen und den Arbeitsbedingungen zusammengefasst. Er bildet die Grundlage für die Analyse durch Führungskräfte und Geschäftsleitung. In die Diskussion sollten auch die Mitarbeiter/innen einbezogen werden, um deren Erfahrung zu nutzen und die Zusammenarbeit zu stärken.

Interventionen planen

Die gründliche Analyse von Ressourcen und Belastungen ist nicht Selbstzweck. Sie findet ihre Fortsetzung in der Wahl passender Interventionen. Hier kommen Förder- und Unterstützungsmaßnahmen für Einzelpersonen und Gruppen in Frage. In besonderer Weise ist dabei auch an die Führungskräfte zu denken. Und selbstverständlich sind arbeits- und organisationsgestaltende Maßnahmen in Betracht zu ziehen, sofern gesundheitsgefährdende Belastungen ausgemacht wurden. Von großer Wichtigkeit ist es, die Maßnahmen mit den Betroffenen gemeinsam zu planen, um hohe Akzeptanz und Wirksamkeit zu erzielen.

Unterstützung durch Moderatoren nutzen

Alle Schritte werden von ausgebildeten Moderatoren begleitet. Sie beraten bei der Einführung des Programms im Betrieb und stellen es den Beschäftigten vor, unterstützen die Geschäftsleitung und die Führungskräfte bei der Ergebnisanalyse, moderieren die Diskussion der Ergebnisse und sind bei der Planung geeigneter Maßnahmen behilflich.
Geht es auch ohne Moderatoren? Nicht gut, denn IEGA ist ein sehr anspruchsvolles Programm. Moderatoren helfen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen und auch bei schwierigen betrieblichen Bedingungen voranzukommen.